Trigeminusneuralgie

Trigeminusneuralgie

Trigeminus verteilung_1Die Trigeminusneuralgie ist eine Form des Gesichtsschmerzes welche durch eine Reizung des fünften Hirnnerven, des Nervus Trigeminus (lat „dreigliedriger“ Nerv), hervorgerufen wird. Der Nervus Trigeminus ist für das sensible Empfinden im Bereich des Gesichtes, der Wangen und Mundhöhle sowie in Teilen der Kopfhaut verantwortlich.

Symptome der Trigeminusneuralgie

Charakteristisch sind äusserst schmerzhafte, spontane oder getriggerte blitzartige Schmerzen, die überwiegend in das Versorgungsgebiet des zweiten und/oder dritten Trigeminusastes einschießen, d.h. in die Bereiche der Wange oder des Unterkiefers. Seltener sind die Bereiche der Schläfe, Augen oder Stirn betroffen. In vielen Fällen lassen sich die Schmerzen durch Berührung, Kauen oder Temperaturunterschiede wie z.B. durch Getränke oder Luftzug triggern. Zwischen den Attacken bestehen in der Regel schmerzfreie Intervalle.

Ursachen der Trigeminusneuralgie

Mediziner nehmen an, dass die Trigeminusneuralgie durch eine Reizung und Veränderung des Nervus Trigeminus unmittelbar nach seinem Austreten aus dem Hirnstamm oder, seltener, im Ursprungsgebiet des Nerven innerhalb des Hirnstamms verursacht wird. Insbesondere nach der systematischen anatomischen Exploration von Peter Janetta (Pittsburg) bestätigte sich zunehmend, dass häufig eine Kompression bzw. Reizung des Nervus Trigeminus durch ein anliegendes arterielles Blutgefäss unweit der Austrittsstelle des Nerven aus dem Hirnstamm für die Trigeminusneuralgie verantwortlich ist.

Weitere mögliche Ursachen sind

  • Tumoren,
  • Entzündungen oder
  • Gewebeveränderungen im Rahmen einer Multiplen Sklerose.

Diagnose der Trigeminusneuralgie

Die Diagnosestellung der Trigeminusneuralgie beruht zum einen auf der sorgfältigen Prüfung der klinischen Symptomatik und zum anderen auf hochauflösender MRI-Bildgebung. Dabei kommen spezielle Sequenzen zum Einsatz, welche sowohl den Nervus Trigeminus als auch alle benachbarten arteriellen und venösen Blutgefässe im Detail darstellen.

Therapie der Trigeminusneuralgie

Zur Therapie der Trigeminusneuralgie stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Eine medikamentöse Therapie bietet sich oft als erste Therapieoption an und wird in der Regel in enger Zusammenarbeit mit einem Facharzt für Neurologie konzipiert.

Führt eine medikamentöse Therapie nicht zum Erfolg oder muss wegen Nebenwirkungen abgebrochen werden ist die mikrochirurgische Dekompression des Nervus Trigeminus, d.h. das Befreien des Nerven von umliegenden Blutgefässen, eine wirksame therapeutische Option.

Im Gegensatz zu anderen Methoden, wie der Thermokoagulation des Nervenganglion oder der stereotaktischen Bestrahlung, hat die mikrochirurgische Dekompression des Nervus Trigeminus den Vorteil, dass die Integrität des Nerven intakt bleibt und dadurch in der Regel keine neurologischen Störungen auftreten. Besonders bei kreislaufgesunden Patienten, bei denen das allgemeine Narkoserisiko klein ist, würde man diese Operation einer destruierenden Methode vorziehen.

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Vorgehen bei der mikrochirurgischen Dekompression

Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Über einen kleinen Hautschnitt hinter dem Ohr eröffnet der Chirurg zunächst die hintere Schädelgrube. Mit dem Operationsmikroskop und dem Endoskop lässt sichanschliessend die Nervenwurzel darstellen, so dass der Chirurg das störende Blutgefäss mobilisieren und vom Nerven lösen kann. Hierfür legt er ein Stückchen Teflonwatte, also ein vollkommen gewebeneutrales Material, zwischen den Nerv und das Blutgefäss und fixiert es mit Gewebekleber. Damit ist eine dauerhafte Isolierung des Nerven hergestellt.

Virtual Reality OP-Planung vor dem Eingriff

Wichtig bei dieser Operation ist selbstverständlich die detaillierte Kenntnis der individuell bei jedem Patienten unterschiedlichen Anatomie des chirurgischen Zielgebietes, um unnötiges Präparieren und somit Schaden an benachbarten Strukturen zu vermeiden. Eine computergraphische dreidimensionale Simulation der Operation basierend auf hochauflösenden MRI-Daten wird daher vor jeder dieser Operationen durchgeführt.